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Freiwillige Feuerwehren

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Ein Artikel von Stefan vom 12.01.2021

Feuerwehrhalle

Stell dir vor es brennt und keiner kommt!

Mit einer ähnlichen Kampagne hatte der Deutsche Feuerwehrverband bereits darauf aufmerksam gemacht, dass in nahezu allen Landkreisen die Brandbekämpfung auch in den Händen der Bürger liegt. Denn mit deutschlandweit nur knapp 100 Berufsfeuerwehren kann kein flächendeckender Brandschutz sichergestellt werden. Das wäre ein großes Problem, denn die Feuerwehren sind beispielsweise im Jahr 2017 über 850.000 mal ausgerückt. Wenn das nächste Mal die Sirene in eurem Ort ertönt, dann denkt daran, wer sich in diesem Moment auf den Weg zu einem tragischen Autounfall oder einem brennenden Dachgeschoss machen könnte.

Wer also kommt, wenn es brennt?

Symbolbild Feuerwehr geht in qualmendes Gebäude

Wer nicht in der Nähe einer Berufsfeuerwehr wohnt und von festangestellten Vollzeitkräften profitiert, der kann sich unter Umständen auf bekannte Gesichter gefasst machen. Die freiwilligen Feuerwehren bestehen aus ganz normalen Bürgern, die ihre Freizeit opfern und der umliegenden Feuerwehr zur Verfügung stellen. Da kann man bei Einsätzen schon mal die freundliche Nachbarin oder den Milch-Bauern vom Hof am Ende des Orts antreffen. Es sind normale Menschen, die hauptberuflich in ganzen anderen Bereichen arbeiten. Doch sie haben sich entschieden zu helfen, wenn es nötig wird.

Ausbildung ist der Schlüssel einer funktionierenden Feuerwehr.

Die Entscheidung einer freiwilligen Feuerwehr beizutreten geht immer mit einer Beitrittserklärung einher. Meist stimmt das zuständige Kommando dann über den Eintritt ab. Dabei müssen nur wenige Kriterien erfüllt werden, denn nahezu jede Hilfe wird benötigt. Doch bevor es nach dem Eintritt zum ersten Einsatz geht, wird umfassend ausgebildet. In einer mehrwöchigen Truppmannausbildung wird an den Wochenenden grundlegendes Feuerwehrwissen vermittelt. Danach darf man bereits die Einsätze begleiten. Der jeweilige Einsatzleiter wird abhängig von der Erfahrung der Kameraden die Aufgaben am Einsatzort zuteilen. Es folgen regelmäßige Dienstabende mit Fokusthemen und einzelne Schwerpunktausbildungen an Wochenenden über das Jahr verteilt.

Wenn Nachbarn mich aus meinem Unfallauto schneiden

Symbolbild einer Rettung aus einem Fahrzeug

Und dann ist es passiert, man gerät auf spiegelglatter Fahrbahn ins Rutschen und verliert die Kontrolle über das Fahrzeug. Erst nach Minuten realisiert man, dass es einen Unfall gab und man nicht in der Lage ist, sich aus dem Fahrzeug zu befreien. In der Ferne hört man die Feuerwehr immer näher kommen. Und dann geht alles ganz schnell. Meine Nachbarin steht plötzlich neben meinem Fahrzeug und fragt mich nach eventuellen Schmerzen. Sie beruhigt mich und gibt mir ein vertrautes Gefühl, während um mich herum das Fahrzeug zu vibrieren beginnt. Mit gekonnten Handgriffen wird in wenigen Minuten genug Platz geschaffen, dass ich befreit werden kann. Ich hatte zum Glück nur leichte Verletzungen und einen Schreck, so kam ich mit einem blauen Auge davon.

Jeder kann helfen

Neben Einsätzen aus den Bereichen Brandbekämpfung und Verkehrsunfällen gibt es noch weitere. Auch bei auslaufenden Betriebsstoffen, bei der Tierrettung, technischer Hilfestellung oder Stürmen rückt die Feuerwehr bei Bedarf aus. Und bei all diesen Einsätzen braucht es Unterstützung in unterschiedlichster Form. Jemand muss den Einsatz koordinieren, es gibt jemanden der das Fahrzeug fahren und bedienen können muss. Es gibt Kameraden, die blitzschnell eine Wasserversorgung aufbauen können und wiederum andere, die unter Atemschutz als Angriffstrupp ins Gebäude vor gehen. Es gibt Funker und auch Kameraden, die sich um das leibliche Wohl bei langen Einsätzen kümmern. Denn jeder Einsatz kann auch viel von einem abverlangen. Doch bei den Kameradschaftsabenden kann man in gemütlicher Runde dann über vergangene Einsätze sprechen. Und am Ende kann man sagen, dass die Unterstützung der freiwilligen Feuerwehren ein Ehrenamt mit herausragender Courage ist.

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